Wackersdorf                                    Luftbild Laumer 

Wackersdorf 09 Wackersdorf bezeichnet sich selbst als Industriegemeinde - und das sieht man besonders deutlich im Luftbild. Eine Neubausiedlung neben der anderen. Kein Zentrum. Eben eine Wohn- und Schlafstätte für die in den Industriegebieten Beschäftigten.

Dabei geht die Geschichte des Ortes über 850 Jahre zurück. Doch Wackersdorf war immer ein Bergarbeiterdorf. Die Eisenerzgewinnung jedoch war wenig erfolgreich.

Um 1800 entdeckte man Gold, braunes Gold. 1840 kam der Abbau von Braunkohle langsam in Schwung. Doch erst um 1900 wurde der Tagebau mit der Gründung der Bayerischen Braunkohle Industrie AG in großem Maße aufgenommen.

1982 musste der Tagebau mangels weiterer Kohlevorkommen eingestellt werden. Die Gruben liefen mit Grundwasser voll und bieten heute eine herrliche Seenlandschaft, die touristisch immer mehr genutzt wird.

Wackersdorf liegt 6 km östlich von Schwandorf.

 

Zentral im Ort die Freizeitanlagen. Dahinter erstreckt sich die schon 1920  ausgewiesene Bergarbeitersiedlung Wackersdorf-Ost.

Wackersdorf 2011

 

In den 80er Jahren erlangte Wackersdorf sogar Weltruhm, wenn auch einen recht zweifelhaften. Die drei Buchstaben WAA standen für oft gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen Atomkraftgegnern und der Staatsgewalt.

Im Taxöldener Forst sollte auf über 100 Hektar eine Wiederaufarbeitungsanlage für abgebrannte Brennstäbe aus Atomkraftwerken errichtet werden. Die Fläche wurde gegen allen Widerstand gerodet.

 

Wackersdorf 09

Doch 1989 kam dann überraschend das Aus für die WAA. Die Industrie zog sich zurück, brauchte die Anlage plötzlich nicht mehr. Jetzt musste auch der Staat einlenken. Auf dem nun nutzlosen Gelände versuchte man, zunächst recht zäh, eine Nachfolgeindustrie anzusiedeln. Heute ist das Gelände mit zahlreichen Firmen, z. T. mit Weltruf, belegt. Die einstmals harten Arbeitsbedingungen im Braunkohleabbau sind durch high-tec Arbeitsplätze ersetzt worden.

Wackersdorf Industriepark 07

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