Mini II                                      >> Version 2017

Das bis ca. 1992 von W. Seiffert gebaute Mini II sollte mit einem Manko des  original Minimums aufräumen: der geringen Motorleistung. Ein 24 PS starker Dreizylinder Zweitaktmotor der Firma König sorgt für ausreichend Schub. Ein E-Starter ermöglicht den Wiederstart in der Luft. 

Mit der großen Fläche des  von der Firma Schönleber bei Regensburg (baute Hängegleiter,  v.a. Trikes) stammenden Focus (18 qm) ist Thermikfliegen möglich, mit Einschränkung. Das Mini II ist für den Doppelsitzerbetrieb ganz offiziell zugelassen - als Einziges bisher. 

Die im Herbst 2010 gegründete Firma ALF (baut jetzt das Schwarze Minimum!) am Flugplatz Altes Lager südlich von Berlin hat die Rechte für den Bau und Vertrieb des Mini II. Markus Hanisch bastelt schon seit 2005 am Nachfolger.  

Die Ein-Mann-UL-Firma Seiffert gibt es schon lange nicht mehr. Auf dem Gebrauchtmarkt findet sich nur mehr ganz selten ein "Mini Zwo".

Der Dreizylinder ist relativ schwer und wirkt sich auf die Steuerbarkeit des Systems nicht gerade förderlich aus, zumal der 18 qm große Drachen nicht eben als quirlige Fläche gelten kann.

Der Bleiakku für den E-Starter gibt zusätzlich Gewicht.

Dieser Akku wurde original - auf den ersten Blick eine pfiffige Idee - von einer Solarzelle aufgeladen. In der Praxis reicht der Sonnenschein aber bei weitem nicht aus, um immer einen vollen Akku zu haben.

Der Königmotor ist nicht unproblematisch, um es vorsichtig auszudrücken. Die Firma selbst gibt es schon lange nicht mehr.

Auf dem Gebrauchtmarkt findet sich nur mehr selten ein Mini II. Zu gering waren die Stückzahlen.

Und billig war das Mini II seinerzeit keineswegs. Für damalige 15.000 DM bekam man fast schon ein ausgewachsenes Trike.

Das Mini II ist dank der großen Bügelräder am Boden sehr gut manövrierbar. Anders als beim Minimum sind die beiden Räder synchron über ein Bügelsystem gesteuert. Das erleichtert zwar die Steuerbarkeit, erfordert beim Ab- und Aufbau allerdings einen höheren Aufwand.

Die 18 qm große Focus-Fläche ist ziemlich "zäh". Eine zugelassene Alternative gibt es nicht. Als Solo-Gerät hat das Mini II wirklich ausreichend Power.

Der Doppeltank mit 2 x 12 l ist dringend nötig, denn der Verbrauch des durstigen Dreizylinder-Motors liegt bei ca. 8 l in der Stunde 

Fläche       Focus, 18 qm, Hersteller Schönleber, Tremmelhausen/Regensburg
Motor        König 3-Zylinder SC 430, Sternmotor, Zweitakter, 24 PS
Starter      Elektrostarter mit Bleiakku
Propeller   Dreiblatt, auch Zweiblatt
Steigen    4 m/s solo, ca. 2 m/s doppelsitzig (damalige Werksangaben!)
Gewicht   70 kg - Fläche + Motoreinheit
Preis        15.000 DM (1987!)

Im Doppelsitzerbetrieb sollten die Piloten tunlichst auf ihr Gewicht achten. Zwei 85 kg Burschen - und das Steigen ist kaum ein Meter pro Sekunde. Doch mit LeichtgewichterInnen macht das Minimumfliegen sichtbar Spaß.

Link zur Homepage eines aktiven Mini-2-Piloten:
Motordrachenflieger

 

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Die Firma Seiffert, Hersteller des bislang einzigen für zwei Personen zugelassenem Minimum, ist schon lange Vergangenheit. Die Produktion des Mini II wurde 1992 eingestellt. Wenige Liebhaber pflegen noch dieses Minimum. Auf dem Gebrauchtmarkt wird kaum noch eines angeboten.
Die Firma Fliegermeister am Flugplatz Altes Lager bei Berlin möchte die Doppelsitzer (Doppellieger?) wieder beleben. Für die Ausbildung wäre so ein Gerät natürlich wünschenswert.
Markus Hanisch hat vom DULV die Bau- und Vertriebsrechte übernommen und baut das Mini II  wieder in einer modernen Form. Zunächst wurde aus rechtlichen Gründen noch die betagte, etwas langsame Focus 18 Fläche (wie im Original Mini II) des Regensburger Drachen- und UL-Herstellers Schönleber verwendet. Im Zulassungsverfahren befindet sich die bautek-Flache Bico", ein Doppelsitzerdrachen.
Leider hat der Professor für Kommunikationswissenschaften wenig Zeit für die Minimumbastelei. Über ein Prototypengerät ist die Entwicklung noch nicht hinaus gekommen. Aber es wird weiter erprobt. Als Motor soll nun der 33 PS starke, aber leichtere CorsAir Black Bull eingesetzt werden (2017).

Im Bild Markus Hanisch (mit Kappe) und Norbert Schwarze bei der Montage des Viertakters 2005 an ein Mini II mit Focus-Fläche.

Zwar wurden schon viele Stunden geflogen, eine Zulassung wurde noch nicht erreicht.

Auch starke Zweitakter wurden verbaut. Im Bild das Doppelminimum von Norbert Schwarze. Es blieb gleichfalls beim Prototyp.