Rauher Kulm                                                          Luftbild Laumer 

Egal aus welcher Richtung (siehe auch unter Filchendorf und Mockersdorf) man sich dem Rauhen Kulm nähert, der Basaltkegel ist schon von Weitem zu sehen. 

Unten der breite bewaldete Sockel, obendrauf der steile Bergkegel. Zu seinen Füßen Neustadt am Kulm. Jenseits des Berges erkennt man Kemnath und am Horizont die markante Bergspitze der Kösseine.

Rauher Kulm

Rauer Kulm 2011

Der Rauhe Kulm wurde mit dieser Aufnahme 2013 zum schönsten Naturwunder Deutschlands gewählt.

Der Rauhe Kulm ist das Ergebnis eines Vulkanausbruchs im Tertiär. Glühende Lava hat jedoch nicht ganz die Oberfläche erreicht. Aus dem Erdinneren drängten heiße Gase und Basaltglut. Tuff, ein weiches Gestein, verstopfte den Trichter wieder. Der Basaltpfropf erkaltete. Die Erosion hat in über 20 Millionen Jahren die umliegende Erde abgetragen und dieses zu hexa- bis oktagonalen Säulen erstarrte, härtere Gestein freigelegt. 
Deutlicher sieht man das
am nahen Parkstein.

Rauher Kulm 2013

Funde belegen schon eine Besiedelung der Gegend in der Bronzezeit. Dabei dürfte der 682 m hohe Kegelberg eine wichtige Kultstätte unserer Vorfahren gewesen sein.

Unten ist der Kegel bewaldet, oben ragt der grau-schwarze Basalt hervor. Doch auch hier setzt sich die Vegetation (leider) immer mehr durch, besonders auf der Nordseite.

Rauher Kulm 2013

Zu jeder Jahreszeit ist der "Kulm" ein lohnenswertes Ausflugsziel, wenngleich die gastronomische Versorgung der Besucher viele Wünsche offen lässt.

Der etwas mühsame Aufstieg wird mit einer prächtigen Rundumsicht auf den Oberpfälzer Wald belohnt. Auf dem Gipfel steht ein 25 m hoher Aussichtsturm. 

Im Mittelalter thronte oben eine Burg. Sie wurde 1554 zerstört. Die Sage berichtet, dass in den Gewölben ungeheuere Schätze ruhen, die von einem Mann mit einem Geißfuß bewacht werden. Nur ein Taubstummer sollte am Palmsonntag, wenn überhaupt, Zugang finden. Aktuelle archäologische Grabungen legten Reste einer Ringwallanlage über der Schutthalde des Vulkankegels frei. 70 m tiefer ist auf der Südseite ein kleiner Teil eines einst 300 Meter langen Walls zu finden. Diese Aufschüttungen sind Zeugen der Verteidigungsanlage der Slawen, die im Frühmittelalter (nicht ganz sicher) hier einen Fürstensitz hatten.

Aussichtsturm am Rauhen Kulm 2012

Sie sehen von der Aussichtsplattform in der nahen Umgebung weitere solcher Vulkankegel:

ParksteinSchlossberg, ArmesbergWunschenberg.

 Der Name Kulm ist slawischen Ursprungs und bedeutet kleiner Hügel. 

In der Region haben einige Orte diesen Indogermanischen Wortstamm im Namen, z. B. Kulmain, Kulmbach, Kulmberg, Kulmdorf.

> Kleiner Kulm

Der Rauhe Kulm wird auch der Große Kulm genannt, im Gegensatz zum Kleinen Kulm, auch Schlechter Kulm. 

Dieser wesentlich niedrigere und unscheinbarere Kegel liegt am westlichen Rand von Neustadt. 

Hier stand einst ein Schloss, das aber die Nürnberger bei der ein Jahr dauernden Belagerung der Burg auf dem Rauhen Kulm 1554 nieder brannten.

Vom Kleinen Kulm hat man einen wunderschönen Blick auf Neustadt und den Rauhen Kulm gegenüber.

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