Rauher Kulm                                                          Luftbild Laumer 

Großer Kulm 2015

Gleich,  zu welcher Jahreszeit und aus welcher Richtung (siehe auch unter Filchendorf und Mockersdorf) man sich dem Rauhen Kulm nähert, der Basaltkegel ist schon von Weitem zu sehen, einzigartig und mystisch schön. Unten der breite, bewaldete Sockel, oben der steile Bergkegel, zu seinen Füßen Neustadt am Kulm. 
Jenseits der Kuppe erkennt man Kemnath und am Horizont die markante Bergspitze der Kösseine.

Rauher Kulm 2014

Rauher Kulm 2016

Der Rauhe Kulm ist das Ergebnis eines Vulkanausbruchs im Tertiär. Aus dem Erdinneren drängten heiße Gase und Basaltglut. Die glühende Lava hat jedoch nicht ganz die Oberfläche erreicht. Tuff, ein weiches Gestein, verstopfte den Trichter wieder. Der Basaltpfropf erkaltete. Die Erosion hat in über 20 Millionen Jahren die umliegende Erde abgetragen und dieses zu hexa- bis oktagonalen Säulen erstarrte, härtere Gestein freigelegt. 

Herbst am Kulm 2015
Herbst am Rauhen Kulm: Der Böhmische Wind hat die bunten Blätter an der Kegelspitze bereits zu Boden geweht. 
Dafür strahlen die Baumkronen an der Basis im späten Licht einer Novembersonne umso prächtiger.

Funde belegen schon eine Besiedelung der Gegend in der Bronzezeit. Dabei dürfte der 682 m hohe Kegelberg eine wichtige Kultstätte unserer Vorfahren gewesen sein. 
Unten ist der Kegel bewaldet, oben ragt der grau-schwarze Basalt hervor. Doch auch hier setzt sich die Vegetation (Naturschutz ist gegen gezieltes Abholzen) immer mehr durch, besonders auf der Nordseite.

Rauher Kulm 2013

Zu jeder Jahreszeit ist der "Kulm" ein lohnenswertes Ausflugsziel, wenngleich die gastronomische Versorgung der Besucher leider viele Wünsche offen lässt. 
Der etwas mühsame Aufstieg wird mit einer prächtigen Rundumsicht auf den Oberpfälzer Wald belohnt. Auf dem Gipfel steht ein 25 m hoher Aussichtsturm. 

Im Mittelalter thronte oben eine Burg. Sie wurde 1554 zerstört. Die Sage berichtet, dass in den Gewölben ungeheure Schätze ruhen, die von einem Mann mit einem Geißfuß bewacht werden. Nur ein Taubstummer sollte am Palmsonntag, wenn überhaupt, Zugang finden. Aktuelle archäologische Grabungen legten Reste einer Ringwallanlage über der Schutthalde des Vulkankegels frei. 70 m tiefer ist auf der Südseite ein kleiner Teil eines einst 300 Meter langen Walls zu finden. Diese Aufschüttungen sind Zeugen der Verteidigungsanlage der Slawen, die im Früh-
mittelalter (nicht ganz sicher) hier einen Fürstensitz hatten.

Der Name Kulm ist slawischen Ursprungs und bedeutet kleiner Hügel. In der Region haben einige Orte diesen indogermanischen Wortstamm im Namen, z. B. Kulmain, Kulmbach, Kulmberg, Kulmdorf. Und einen Kulmstein, sogar mit Aussichtsturm, gibt es 10 km westlich von Pfreimd.

Aussichtsturm am Rauhen Kulm 2012

Sie sehen von der Aussichtsplattform in der nahen Umgebung weitere solcher Vulkankegel:

Anzenberg - ArmesbergParkstein -  SchlossbergWunschenberg.

Insgesamt gibt es etwa 150 vulkanische Schlote, 35 allein im Landkreis Tirschenreuth. Der höchste Basaltkegel ist mit 820 m der Plößberg im Steinwald. 

Die meisten sind in der Landschaft für den Laien nicht zu erkennen, zumal Vegetation (bewaldet) und Bebauung dies zusätzlich erschweren.

Kleiner Kulm 2016  Kleiner Kulm

Der Rauhe Kulm wird auch der Große Kulm genannt, im Gegensatz zum Kleinen Kulm, auch Schlechter Kulm. 

Dieser wesentlich nied-
rigere und unschein-
barere Vulkankegel liegt am westlichen Rand von Neustadt.

Hier stand einst ein Schloss, das die Nürnberger bei der ein Jahr dauernden Bela-
gerung der Burg auf dem Rauhen Kulm 1554 niederbrannten.

Vom Kleinen Kulm hat man einen wunder-
schönen Blick auf Neustadt und den Rauhen Kulm gegenüber.

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